Bühne und Bewegung

Familie Levy um 1918, Fotos: Sammlung Christian Repkewitz

Cohn Bucky Levy – Der Verlust.

Eine deutsche Familiengeschichte

Im Jahr 1890 erreichten drei jüdische Schwestern das thüringische Altenburg und gründeten ein Geschäft, das wenige Jahre später als „M. & S. Cohn“ zum führenden Kaufhaus der Region avancieren sollte. Marianne Cohn führte gemeinsam mit ihrem Ehemann Sally Bucky das Unternehmen, später übernahm der Schwiegersohn Albert Levy die Geschäftsführung. Ihr soziales und kulturelles Engagement machte die Familie zu einem wichtigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Faktor in der Stadt. Dennoch bewahrte 1933 niemand die Familie vor der Enteignung und Inhaftierung.
Theater&Philharmonie Thüringen geht zusammen mit dem Yoram Loewenstein Performing Arts Studio Tel Aviv den Spuren dieser deutsch-jüdischen Geschichte vor dem Hintergrund der Schoah nach. Künstler aus Deutschland und Israel nehmen sie zum Ausgangspunkt, um sich in einem gemeinsamen Theaterprojekt mit der Bedeutung und Erfahrung von Geschichte, mit Religiosität und Nationalismus auseinanderzusetzen. Aktuelle gesellschaftliche Konflikte wie die zunehmende Islamophobie und das israelisch-palästinensische Verhältnis fließen in die Erarbeitung des Stückes ein. Die Inszenierung arbeitet mit historischen Dokumenten, deutschen und israelischen Liedern sowie Textfragmenten bekannter jüdischer Autoren und wird im ehemaligen Wohnhaus der Familie Levy in Altenburg entwickelt und geprobt. Das Paul-Gustavus-Haus soll zudem als Open Space für Werkschauen, Diskussionsrunden und Vorträge dienen, in dem die Bürger/innen die Möglichkeit haben, mit den Projektbeteiligten ins Gespräch zu kommen. Auf der Bühne werden Deutsch, Englisch und Hebräisch gleichberechtigt nebeneinander gesprochen. Die Aufführungen finden in der Stadt an verschiedenen Originalschauplätzen statt und holen damit dieses Kapitel Altenburger Geschichte eindrücklich ins Bewusstsein.

Künstlerische Leitung: Bernhard Stengele
Autor/innen: Mona Becker (D), Gaby Aldor (IL), Mahmoud Abo Arisheh (IL)
Dramaturgie: Svea Haugwitz
Leitung Jaffa Theater Tel Aviv: Igal Ezraty (IL)
Leitung Qarar House for Music, Theatre and Arts (Tel Aviv): Mohammad Kundas  (IL)
Bühnenbild: Marianne Hollenstein (CH)
Musikalische Leitung: Mohammad Kundas  (IL)

Termine
20.05.2017 - 02.06.2017 Verschiedene Orte, Altenburg Aufführungen
07.09.2017 - 12.09.2017 Jaffa Theater, Tel Aviv Aufführungen

Weitere Termine:

Workshop Jaffa Theater, Tel Aviv: 06. – 12.03.2017; Einführungsveranstaltung/Symposium Altenburg, Theater & Philharmonie Thüringen: 13.5.2017;